Blogger haben Leser – YouTuber haben Fans

Robert hat sich in seinem Artikel damit befasst wie man Leser an seinen Blog bindet und aus Neulesern Stammleser machen kann. Damit habe auch ich mich nun einmal befasst und dabei fiel mir etwas auf.

Der Unterschied zwischen YouTuber und Blogger ist nicht groß, einzig das Medium ist ein anderes. So könnte man glauben, doch so ganz stimmt das nicht.

Ich betreibe einen Beautyblog und einen Beauty-YouTube Kanal. Sie sind miteinander gekoppelt und führen doch eine gewisse eigenständige Co-Existenz. Auf meinem Blog bekomme ich weit weniger Resonanz als auf meinem Videokanal obwohl sie fast zeitgleich gestartet sind. Der Blog hat sogar mehr Content als der YouTube Kanal und dennoch ist es mein YT Kanal auf welchem  über ein neues Video gejubelt wird. Es wird kommentiert bis zum Umfallen und auch recht viel geliked. Im direkten Vergleich bei den Reaktionen verliert mein Beautyblog dagegen eindeutig.

Ich blogge schon seit vielen Jahren aber erst als YouTuber erlebte ich es, dass man mich um Autogramme bat, mir Geschenke schickte und  bei mir daheim anrief und loskreischte weil man mit mir sprach und es nicht glauben konnte. Dinge, die einem als normaler Blogger niemals passieren – zumindest ist mir bisher kaum ein Fall bekannt bei dem sowas passiert wäre.

Doch woran liegt es? Wieso werden viele YouTuber so bejubelt und die Blogger regelrecht stehen gelassen?

Blogger haben Leser – YouTuber haben Fans

Diese Art Fandome kommt nicht von ungefähr. Man sitzt als YouTuber vor der Kamera und zeigt Präsenz. Mit dem Gesicht direkt vor der Kamera ist eine viel direktere und persönlichere Art mit den Zuschauern zu kommunizieren. Bei einem Blog sind es nur Worte, welche der Leser wahrnimmt. Der Schreiber selbiger ist zu 95% nur ein gesichtsloses Hintergrundrauschen, welches nicht wahrgenommen wird. So kommt es dass vor allem “Googler”, nachdem ihre Suche durch einen Einzelartikel befriedigt wurden, wieder ins Nirwana des Netzes verschwinden und nie mehr wiederkommen.

Stammleser gewinnen

607431_web_R_K_B_by_Gerd Altmann_pixelio.deDoch nun ist die Frage, wie man das ändert. Wie diese einmaligen Besucher zu Stammlesern wandeln? Ihr habt nur kurz Zeit diese an Euren Blog zu binden – aber halt nein das ist falsch. Ihr habt nur kurz Zeit diese an EUCH zu binden. Dass Eure Artikel gut gegliedert und einen Mehrwert besitzen sollten, das ist schon mal Grundvoraussetzung doch zeigt auch wer Ihr seid. Zeigt Euer Gesicht. Ob unter dem Artikel, drüber oder neben dran in der Sidebar. Die Leser sollen wissen wessen Text sie lesen. Schreibt was Euch ausmacht und befähigt neben Euerm Foto. Bietet den Lesern Möglichkeiten mit Euch in Verbindung zu treten und zu zeigen dass sie Euch/Euren Text super finden z.b. mit Social Buttons. Zeigt Euren Lesern wo sie Euch im Web noch finden damit sie Euch dort, wo auch sie sich aufhalten, wiederfinden.

Gesicht zu zeigen wirkt sich überall positiv aus

Das eigene Gesicht zu zeigen und sich als Mensch in den Mittelpunkt zu stellen, hat schon immer positiv beeinflusst. Selbst die Erotikbranche hat das schon lange erkannt. So ist der Absatz von Erotikdarstellerinnen, welche ihr Gesicht zeigen, deutlich höher als der von Damen, die nur ihren Körper in die Kamera halten. Auch hier gibt es ein regelrechtes Fandome um die Damen, welche sich als Marke in den Vordergrund stellen.

Und auch Onlineshops für Kleidung haben schnell erkannt dass der Einsatz von echten Models im Gegensatz zum Zeigen an Kleiderpuppen den Absatz deutlich steigern.

Aber auch bei Musik-Stars ist das Fandome der Musik nur ein Teil des Ganzen, denn Stimmen sind austauschbar der Sänger selbst aber nicht. Es hängen keine CD’s an den Wänden der Teenagerzimmer sondern Poster mit Bild vom Sänger.

Sogar Magier auf der Bühne sind der eigentliche Schlüssel zur Show – zaubern kann jeder Magier aber nur einem Copperfield bringt es fertig so zu verzaubern dass Menschen ihn lieben und bewundern. Sie wollen nicht sehen wie er einen Zug verschwinden lässt sondern sie wollen das Gesamtkunstwerk genießen und sehen wie ER zaubert.

Gebt Euren Lesern die Chance Fans zu werden

Menschen lieben Menschen wie Robert so trefflich formulierte. Gebt Euren Lesern die Chance Euch zu lieben und Fans von Euch und damit Euren Texten zu werden indem sie Euch kennen und schätzen lernen. Seid individuell und zeigt Eure Persönlichkeit. Zeigt wer ihr seid.

Die Chance auf einen kreischenden Anruf für einen Blogger wird damit vermutlich nicht steigen, aber zumindest Eure Stammleser-Zahlen werden es tun. :)

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5 Responses to “Blogger haben Leser – YouTuber haben Fans”

  1. Iris sagt:

    Ich glaube, dass die Leute es anstrengender finden, einen Text selbst zu lesen, anstatt sich wie bei youtube sozusagen vor die Glotze zu setzen und nur mehr oder weniger zuzuhören und sich zutexten zu lassen. Außerdem liefert das Bild neben dem Wort noch einen zweiten Kanal, wie man die Leute erreicht. Ist doch ansonsten auch so: Lieber vor die Glotze und konsumieren anstatt aktiv zu lesen.

  2. Dagegen setze ich die Zeit, denn Videos anzusehen dauert deutlich länger als einen Text zu lesen. Das Lesen selbst findet ja statt, es geht mehr um das regelmäßige wiederkehrende Lesen. :)

  3. Michaela sagt:

    Ich habe ja auch einen Blog, einen YouTube-Kanal und einen Podcast. Vielleicht liegt es daran, daß ich etwas andere Inhalte bringe, aber ich habe bis jetzt noch nicht so ein Fan gebaren erlebt wie du es beschreibst, aber ich muß zugeben, daß ich auch ein gewisses Fangebaren auf YouTube beobachten kann.
    Ich vermute mal, daß die Leute, die Videos anschauen, sich eher mit einem verbundener fühlen, als wenn sie einen Text lesen, jedenfalls geht es mir so. Über ein Video wird sehr viel mehr ein persönlicher Eindruck vermittelt als über einen Blog und die Zuschauer können sehr viel eher entscheiden, ob sie jemanden für sympathisch halten oder nicht.

  4. Es wäre interessant zu ergründen wie es bei einem Podcast ist. Stimmen sind ja auch sehr aussagekräftig. Schaue ich mir jedoch Radiomoderatoren so an, dann wurde auch ich erst FFN Franky Fan nachdem ich dauernd Fotos von ihm sah. Auch bei Dir lese ich erst regelmäßig seitdem ich Dich als Schreiberin wahrnahm und nicht nur als Text. Ich habe das bei mir selbst auch immer wieder wahrgenommen was ich auch bei Anderen immer beobachte. :) Aber ja, ich stimme Dir auch zu dass man dadurch eine Bindung aufbaut.

  5. Eva sagt:

    Dass Videos zu schauen länger dauert als einen Text zu lesen, bezweifel ich. Nicht umsonst sagt man: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Natürlich sollte so ein Video nicht länger als 2 bis 3 Minuten sein. Mein Erfahrung ist es, mit einem gut Mix aus verschiedenen Medien (Podcast, Bild, Text und Video), die inhaltlich miteinander verschränkt sind, erreicht man am meisten dauerhafte Nutzer.

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